Schlagwort-Archive: Personalplanung

Von reaktiv zu vorausschauend – Symposium diskutiert Personalplanungskonferenz

Die Berufsverbände und Mitarbeitervertretungen in der Ev. Kirche von Westfalen hatten eingeladen und mehr als 100 Menschen folgten der Einladung nach Dortmund am 9. Oktober. Dem Symposium im Reinoldinum  hatten sie die Überschrift “Dienstgemeinschaft und Personalplanungskonferenzen – Zwei Seiten einer Medaille“ gegeben. Seit drei Jahren arbeiten Berufsverbände und Mitarbeitervertretungen unter dem Namen „Kirche braucht Vielfalt“ zusammen, um die Interessen der angestellten Mitarbeitenden im kirchlichen Arbeitsfeld gemeinsam zu vertreten. Nun stellten sie ihre Idee der Personalplanungskonferenzen vor, ein Instrument, mit dem  Anstellungsträger in die Lage versetzt werden können, eine zuverlässige und perspektivische Personalplanung durchzuführen.

In seinem Impulsreferat stellte Prof. Dr. Traugott Jähnichen fest, dass Kirche bereits Vielfalt sei, aber auch mehr Vielfalt brauche: „Ziel der Vielfalt in der Kirche ist die Kommunikation des Evangeliums.“ Jedoch bleibe eine Dominanz des Predigtamtes faktisch immer noch festzustellen. Die Vielfalt der Gaben und Ämter müsse sich noch stärker im Handeln der Kirche ausdrücken, zum Beispiel bei der Besetzung von Ausschüssen. „Wir benötigen den Wechsel vom reaktiven Modus hin zur vorausschauenden Planung“, so seine Überzeugung.
Vortragsfolien hier

symposium-tjähnichen

Prof. Dr. Traugott Jähnichen

Die beiden Berufsverbandsvorsitzenden Hans-Ulrich Krause (Verwaltungsmitarbeitende) und Jörg Neuhaus (Gemeindepädagogen) stellten das Konzept der Personalplanungskonferenzen vor. „Personalplanungskonferenzen schaffen einen Rahmen für die Gestaltung von Veränderungsprozessen. Sie lassen Mitarbeitende und Vorgesetze nicht allein und schaffen die notwendige Transparenz. Das ist auch ein Frage der Dienstgemeinschaft und Wertschätzung der Mitarbeitenden und Arbeitsbereiche“, stellte Neuhaus fest. Das Konzept der Konferenzen sieht vor, dass Mitarbeitende und Leitende gemeinsam auf Ebene des Kirchenkreises Informationen über die Mitarbeiterschaft und deren Entwicklung bündeln und so Vorschläge für Personalentscheidungen auf allen Ebenen erarbeiten können.
Vortragsfolien hier

symposium-vorstellung

Hans-Ulrich Krause (l.) und Jörg Neuhaus bei der Vorstellung des Konzeptes

In zwei Podiumsrunden, moderiert vom Direktor des Evangelischen Presseverbandes Bernd Becker, kamen Vertreter der Kirchenkreise wie auch der Landeskirche zu Wort. Superintendentin Anke Schröder aus Paderborn zeigte sich vom Konzept überzeugt: „Das könnte ich sofort unterschreiben. Wir müssen aber klären: Wer macht was? und: Was kommt dabei raus?“  Auch seitens der Kirchenleitung ist die Notwendigkeit einer Personalplanung auch für Nicht-Theologen erkannt. So erweiterte Sigrid Beer, Mitglied der Kirchenleitung, die Möglichkeiten der Personalplanung um einen weiteren Aspekt: „Wenn wir die Vielfalt wollen, die wir brauchen, dann müssen wir auch zu einer anderen Aufgabenteilung kommen.“ Landeskirchenrätin Johanna Will-Armstrong  wünschte sich für die weitere Diskussion, dass dieses Thema nicht als Mangelthema weitergetragen würde, sondern „als große Chance der Entwicklung unserer Kirche.“

symposium-rhoecker

Bernd Becker (r.) im Gespräch mit Superintendent Rüdiger Höcker

In einer abschließenden großen Diskussionsrunde mit dem Publikum kamen Fragen nach der Machbarkeit und Wirksamkeit von Personalplanungskonzepten zur Sprache. Die Vertreter der Initiative verdeutlichten, kein fertiges Konzept vorgelegt zu haben, sondern eine Arbeitshilfe, die in den einzelnen Kirchenkreisen mit Leben gefüllt werden müsse.

symposium-do-alle

Alle Beteiligten beantworteten die vielen Fragen aus dem Publikum

Die Initiatoren zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf des Symposiums. . Olaf Abraham (Vorsitzender der Küstervereinigung): „Wir konnten die Notwendigkeit einer zielgerichteten Personalplanung für alle Ebenen kirchlichen Arbeitens aufzeigen und stellen fest, dass dies deutlich in das Bewusstsein der Teilnehmer gelangt ist.“  Nun gelte es, am Ball zu bleiben und die Einsetzung von Personalplanungskonferenzen sowohl seitens der Verbände und, so sein Wunsch, auch seitens der Landeskirche zu unterstützen. Der Kirchenkreis Hagen teilte auf der Veranstaltung mit, dass er der Kreissynode im Herbst die Einrichtung einer Personalplanungskonferenz vorschlage werde. Er wäre somit der erste Kirchenkreis in Westfalen, der die Umsetzung, der 2005 im Reformprozess Kirche mit Zukunft gefassten Beschlüsse an dieser Stelle vornimmt. Ein erster Erfolg für die Initiative der Berufsverbände und Mitarbeitervertretungen.

Advertisements

Küstertagung: Damit der Sachverstand bleibt!

Zum 109. Jahrestag der Evangelischen Küstervereinigung Westfalen-Lippe haben sich Küsterinnen und Küster sowie Hausmeisterinnen und Hausmeister aus dem Bereich der westfälischen und Lippischen Landeskirche am 3. Juni 2013 in Kattenvenne im Tecklenburg Land getroffen.
Rund 150 Vertreterinnen und Vertreter dieser kirchlichen Berufsgruppe befassten sich in Arbeitsgruppen mit dem Thema „Wie zukunftsfähig ist der Küsterdienst in unseren Kirchenkreisen? Qualitäts- und Stellensicherung im Blick der Personalplanung“.
150 Küsterinnen und Küster sowie Hausmeisterinnen und Hausmeister aus Westfalen und Lippe kamen zum 109. Jahrestag der Evangelischen Küstervereinigung Westfalen-Lippe nach Kattenvenne ins Tecklenburger Land. Foto: Michael Hopf
Den Auftakt der Tagesveranstaltung bildete ein Gottesdienst in der Evangelischen Kirche von Kattenvenne mit Gemeindepfarrerin Verena Westermann und Superintendent André Ost (Evangelischer Kirchenkreis Tecklenburg). Ost würdigte in seiner Predigt die große Bedeutung des Küsterdienstes für die Kirchengemeinden. Wo regelmäßiger hauptamtlicher Küsterdienst Sparmaßnahmen zum Opfer falle, gehe den Gemeinden „viel Sachverstand“ verloren.
Ost ermutigte die kirchlichen Mitarbeitenden, deren Berufsstand an vielen Orten besonders stark von Kürzungen oder Stellenstreichungen betroffen ist: Küsterinnen und Küster seien nicht allein für die Pflege der Kirchen und Gemeindehäuser verantwortlich, sondern sie gäben vielerorts der Kirchengemeinde ein Gesicht und seien ansprechbar.

(Quelle: http://www.ekvw.de, Michael Hopf, Öffentlichkeitsrefent KK Tecklenburg)